Kammerchor „Voci Animanti“

Nach sieben Jahren Probenleitung in den unterschiedlichsten Ensembles und Chören hatte ich Ende 2004 die Idee, die routiniertesten, noten- oder stimmfestesten und daher wohl am meisten  motivierten Sänger aus dieser Ansammlung von Menschen anzusprechen und zu fragen, ob bei Ihnen nicht Lust, Energie und Zeit zur Verfügung stünde, bei einem Kammerchor mitzusingen, der sich in der Hauptsache mit alter Musik aus der Renaissance und dem Barock beschäftigt. Das Schöne sei dabei, dass man keiner Institution wie entweder der Kirche oder einem städtischen Kulturzentrum angeschlossen wäre, und das würde die Gestaltungsfreiheit gewaltig erhöhen. Das war wohl das Zauberwort, denn es fanden sich dann tatsächlich insgesamt 20 Frauen und Männer in der von mir gewünschten paritätischen Stimmkonstellation, die bereit waren, sich zunächst noch an fünf, später dann an sechs Wochenenden im Jahr zu treffen und ein Programm einzustudieren, das im Wesentlichen von denen, die im Notenlesen genügend routiniert waren, auch schon vorbereitet werden konnte.

So trafen wir uns zum ersten Mal am 20. Januar 2005 in Göttingen in der Bühlstrasse in einem relativ kleinen Probenraum, der mir über private Kontakte zur Verfügung stand. Hier waren wir erstmal gut untergebracht. Nach anfänglich trotzdem auftretenden Besetzungsproblemen gelang es uns dennoch im Dezember 2005, ein Konzert in Göttingen in der Klosterkirche Nikolausberg und ein weiteres in der freien evangelischen Gemeinde in Kassel- Ost mit einem gemischten Programm auf die Beine zu stellen (Schütz, Bruckner, Pachelbel u.a.).

Im Jahre 2006 nahmen wir vor dem ersten Probenwochenende einige Umbesetzungen vor und machten uns an die Vorbereitung des nächsten Konzertprogramms: „La favola d’Orfeo“ von Claudio Monteverdi. An diesem Wochenende sangen wir dann in der KUNST- Gala auf der großen Bühne der Stadthalle Göttingen. Im Jahre 2007 folgten dann zwei Konzerte mit Werken von Bach und Händel. Die Konzerte 2006 und 2007 fanden in Göttingen und Katlenburg/ Lindau statt. 2008 stehen Henry Purcell, Johann Pachelbel, Bruckner u. a. auf dem Programm. Und so ging’s immer weiter – nur nicht immer  so schnell, wie man vielleicht gerne möchte, aber das war dann auch okay. Wichtig ist die gute Motivationslage, die daraus folgende Disziplin und der wiederum daraus folgende Spaß an der Sache.

Auf diese Art und Weise hat das Projekt insgesamt wohl 10 Jahre erfolgreich sowohl orchesterbegleitete Oratorien als auch anspruchsvolle Á- Capella- Programme einstudiert und gut zur Aufführung gebracht. Im weiteren Verlauf war die Arbeit aber leider aus Zeit- und anderen organisatorischen Gründen nicht mehr zu bewerkstelligen, weshalb ich dann 2015 nach dem Abschlussprogramm „Gott behüte Dich“ (stilistisch und historisch unterschiedliche À- Capella- Fassungen des „Vater Unser“) beschlossen habe, dieses Ensemble aufzulösen.

Voci Animanti Galerie

Voci Animanti auf YouTube

„Sicut Cervus, sitivit anima mea“, G. P. da Palestrina:

„Cum Sancto Spirito“, Antonio Vivaldi

„Ave Maris Stella“, Claudio Monteverdi

„Deutsches Magnificat: Meine Seele erhebst den Herrn“, Heinrich Schütz

„Magnificat“, Johann Christoph Pachelbel

Voci Animanti zum anhören